Zum Saisonstart: Ein- und Ausblick mit Geschäftsführer Hannes Nissen

Das offizielle Mannschaftsfoto 2026/27 (Foto: V. Schlichting)

Heider SV geht mit Rückenwind in die neue Saison

Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit biegt auf die Zielgerade ein – und beim Heider SV ist die Richtung klar: weiterentwickeln, zusammenwachsen, bereit sein. Geschäftsführer Hannes Nissen zieht vor dem Saisonstart ein positives Fazit, auch wenn die vergangenen Wochen nicht nur aus schönen Momenten bestanden.

„Die Vorbereitung verlief klassisch mit Höhen und Tiefen“, sagt Nissen. Besonders schmerzt die schwere Verletzung von Jannis Hinz, die das Team und den Verein natürlich trifft. Gleichzeitig überwiegt bei ihm der Blick nach vorn. Denn die Mannschaft habe sich in der Vorbereitung gut entwickelt und die erhofften Fortschritte gemacht.

Ein besonderer Maßstab dafür waren auch die jüngsten Spiele im Landespokal: der deutliche 6:1-Heimsieg gegen den TSB Flensburg und das anschließende Viertelfinale gegen den VfB Lübeck. Trotz des Ausscheidens sieht Nissen gerade in dieser Partie ein wichtiges Zeichen.

„Auch das verlorene Viertelfinale gegen den VfB Lübeck war Werbung für das Team“, betont der Geschäftsführer. Gegen den Regionalligisten habe der Heider SV gezeigt, dass er in solchen Spielen nicht nur mithalten, sondern auch seine eigene Qualität auf den Platz bringen könne. Genau solche Auftritte seien es, die Lust auf den Saisonstart machen.

Junge Entwicklung mit Heider DNA

Ein zentrales Thema im Gespräch mit Hannes Nissen ist der Kader und vor allem dessen Mischung aus Eigengewächsen, Talenten aus der Region und jungen Neuzugängen. Mit den neuen Spielern zeigt sich der Geschäftsführer äußerst zufrieden.

„Auch wenn viele Experten und Außenstehende es nicht wahrhaben wollen: Der Heider SV hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten jährlich eigene und auch Talente aus Dithmarschen in den Kader integriert und zu Stammspielern geformt.“

Aktuell stehen 13 Eigengewächse im Liga-Aufgebot. Für Nissen ist das mehr als nur eine Zahl. Es ist ein Beleg dafür, dass der eingeschlagene Weg beim Heider SV nicht zufällig, sondern gewollt und nachhaltig ist. Spieler wie Harms und Reimers seien Beispiele dafür, wie stark die eigene junge Riege inzwischen in die Mannschaft hineinwächst.

Auch bei den Neuzugängen sieht Nissen eine klare Richtung: jung, geerdet, wissbegierig. Er traut ihnen zu, sich beim Heider SV zu entwickeln und ihren Weg zu gehen. Gleichzeitig sieht er in Tarek von Böhlen ein Beispiel dafür, dass auch Talente aus Dithmarschen den Schritt auf dieses Niveau schaffen können.

Bei den Abgängen habe sich der Kader zwar verändert, aber nicht grundlegend. Mit Björn Lambach sei ein akuter Stammspieler zu ersetzen gewesen, ansonsten sei die Statik der Mannschaft weitgehend erhalten geblieben. „Lambi vermissen wir natürlich sehr“, sagt Nissen über den erfahrenen Abgang. Seine Führungsqualitäten seien auf und neben dem Platz prägnant gewesen. Umso mehr freue es den Verein, dass die weiteren Abgänge in ihren neuen Vereinen offenbar gut angekommen seien.

Ein Kader mit Substanz

Auch mit Blick auf die sportliche Struktur zeigt sich Nissen zufrieden. Der Kader verfüge aktuell über 23 fitte Spieler, dazu komme ein durchschnittliches Alter von rund 25 Jahren. Für ihn eine spannende Mischung aus Dynamik und Erfahrung.

„Gleichzeitig sehe ich in allen Mannschaftsteilen eine gute Verteilung von großer Qualität“, so Nissen.

Die Zahlen unterstreichen diese Einschätzung: Insgesamt kommen die Spieler des Kaders auf 495 Regionalliga-Einsätze. Dazu kommt eine enorme Erfahrung in der Offensive. Die drei Mittelstürmer Fleige, Kieselbach und Gieseler bringen gemeinsam über 200 Oberliga-Tore mit.

„Wenn ich somit auf den Kader blicke, sehe ich eine sehr passende Mischung aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial.“

Genau diese Mischung soll dem Heider SV in der kommenden Saison helfen, auf verschiedenen Ebenen konkurrenzfähig zu sein: in der täglichen Arbeit, im Verlauf der langen Spielzeit und vor allem in den direkten Duellen mit den Spitzenteams der Liga.

Blick auf die Liga: Heider SV will dazugehören

Die Einschätzung der Liga fällt bei Hannes Nissen klar aus. Ganz oben erwartet er eine starke Spitzengruppe mit Holstein Kiel II, Kilia Kiel, dem VfR Neumünster und dem SV Eichede.

Holstein Kiel II sei durch die Rahmenbedingungen und die hohe Dichte an Talenten eine Ausnahme in der Liga. Kilia Kiel habe trotz Umbruch einen starken Eindruck hinterlassen, während auch Neumünster und Eichede für hohe Qualität stünden.

Aber: Der Heider SV will sich in dieser Gruppe nicht verstecken. „Ich sehe uns da komplett dabei“, sagt Nissen selbstbewusst. Die Qualität im Kader sei hoch genug, um jeden Gegner in der Liga schlagen zu können. Entscheidend werde am Ende sein, über die gesamte Saison hinweg konstant zu punkten. Die Voraussetzungen dafür seien jedenfalls da.

Auch im Kreispokal ist die Zielsetzung eindeutig: Der Titel soll her. „Der Sieg im Kreispokal ist eine absolute Pflichtaufgabe.“

Fortschritt nicht nur auf dem Platz

Neben der sportlichen Entwicklung hebt Nissen vor allem die Arbeit rund um die Mannschaft hervor. Der Verein habe in den vergangenen Monaten großartige Arbeit geleistet. Der Platz sei inzwischen ein echter Teppich, auf dem ganz anders Fußball gespielt werden könne.

Dazu komme eine komplett neue Ausstattung – von den Trikots über Poloshirts und Warm-up-Kleidung bis hin zu den Präsentationsjacken.

All das sei nur durch die Unterstützung der Sponsoren möglich gewesen. Der Geschäftsführer bedankt sich ausdrücklich bei allen Partnern, die den Verein auf diesem Weg begleiten und finanziell tragen.

Doch nicht nur optisch hat sich beim Heider SV einiges getan. Auch die tägliche Arbeit im Hintergrund ist noch strukturierter geworden. Körperfettmessungen, sportspezifische Tests und individuelle Trainingspläne gehören inzwischen genauso dazu wie Videoanalyse und die gezielte Arbeit an Details im Spiel mit und gegen den Ball. „Wir werden immer akribischer“, beschreibt Nissen diesen Prozess.

Der Fokus liege dabei auf den zentralen Elementen des Heider Spiels: Ballbesitz, Pressing, Gegenpressing, Anlaufen und die genaue Abstimmung in allen Mannschaftsteilen. Genau dort sei in der Vorbereitung weiter intensiv gearbeitet worden.

Ein Verein im Aufbruch

Die Entwicklungen innerhalb der Liga GmbH und des gesamten Vereins versteht Hannes Nissen als Zeichen des Aufbruchs. Akribie, Fleiß und Weiterentwicklung seien die entscheidenden Faktoren auf dem eingeschlagenen Weg.

Auch der Aufstieg der B-Jugend in die Regionalliga ist für den Heider SV ein starkes Signal. Mannschaft und Trainerteam hätten eine tolle Leistung gezeigt. Zugleich stehen viele Talente dieser Jahrgänge bereits im Fokus der weiteren Beobachtung und Sichtung.

Der Heider SV geht damit mit klarer Haltung in die neue Spielzeit: mit einer gewachsenen Mannschaft, einem starken Fundament im Hintergrund und einer deutlichen Idee davon, wie der nächste Schritt aussehen soll.

Und die Vorzeichen dafür könnten kaum passender sein: Nach einer Vorbereitung mit Höhen und Tiefen, einem starken Auftritt gegen Flensburg, einem mutigen Viertelfinale gegen Lübeck und viel Arbeit hinter den Kulissen ist der Heider SV bereit für den Saisonstart.