Hinter den Kulissen des Masters: Co-Trainer Leif Hahn über Rolle und Prozesse

Co-Trainer Leif Hahn (r.) hier wie gewohnt im engen Austausch mit Chefcoach Markus Wichmann. (Foto: V.S.)

(fn) Die LOTTO Masters in Kiel waren für viele Spieler und Fans ein sportliches Highlight.
Während das Team auf dem Parkett stand und die Halle mit Energie füllte, wurde im Hintergrund ebenfalls gearbeitet – ruhig, analytisch und mit klarem Plan. Co-Trainer Leif Hahn konnte die Reise nach Kiel krankheitsbedingt nicht antreten und erlebte das Turnier aus einer seltenen Perspektive: von zuhause aus, als Analyst, Kommunikator und verlängerter Arm des Trainerteams.

Vorbereitung beginnt nicht am Spieltag
Bereits Mitte Dezember startete das Trainergespann mit der Vorbereitung. Dabei ging es nicht nur um die Halle oder das Turnier selbst, sondern auch um die mentale Komponente, die ein Hallenspektakel wie die Masters mit sich bringt. Themen wie Formationen, Offensiv- und Defensivstrukturen, Wechselfenster und Wechselmechanismen wurden im Trainerteam geplant und später gemeinsam mit der Mannschaft trainiert – unter anderem beim Turnier in Geesthacht und in den ersten Halleneinheiten in Tornesch.
„Mit den Jungs haben wir gezielt die Mentalität und Abläufe durchgearbeitet“, erklärt er. „In einer separaten WhatsApp-Gruppe haben wir am Tag vorher und am Turniertag nochmal alles verschriftlicht – als Anker, damit jeder den Kopf frei hat.“

Turnierbegleitung aus der Distanz
Am Masters-Tag selbst lag er krank auf dem Sofa – „gefühlt das erste Mal in meinem Leben“, wie er sagt. Doch statt Stillstand lief der Fernsehstream auf dem Bildschirm und die Analyse parallel auf dem MacBook. Während Cheftrainer Markus Wichmann und Co-Trainer Tobi vor Ort coachten, übernahm er eine andere Rolle: das Beobachten des gesamten Turniers.
Vorteil dieser Perspektive: Zwischen den Heider Spielen konnte er auch die anderen Begegnungen verfolgen, analysieren und relevante Sequenzen oder Infos ans Trainerteam weitergeben. „Ein paar kurze Kerninfos und Videosequenzen haben wir zwischen den Spielen im Trainerteam geteilt“, sagt er.

Zwischen Analyse, Emotion und Zufriedenheit
Fehlte etwas? Natürlich – ein Turnier dieser Größe nicht vor Ort zu erleben, ist immer ungewohnt. Doch sein Fokus lag ohnehin vor allem auf der Vorbereitung und Trainingsarbeit vor dem Event. „Mein persönlicher Job findet vor allem vorher statt“, sagt er. Vor Ort, so betont er, hätten Markus und Tobi „top gecoacht“.
Sein Gesamtfazit fällt positiv aus: „Rundherum stark. Die Jungs haben Herz, Kopf und Selbstvertrauen gezeigt. Sie sind nicht irgendwie durch die Gruppe gekommen, sondern sind verdient als Gruppensieger ins Halbfinale eingezogen.“ Besonders gefiel ihm, dass die Fans nach Jahren endlich wieder Siege und Tore feiern konnten. „Erfrischender Fußball, toller Kampf, sympathisch in Interviews – wir als Trainerteam sind stolz.“

Blick nach vorne: Mindset und Entwicklung
Für ihn war das Turnier weniger Endpunkt, mehr Startsignal. „Wir wollten zeigen, dass diese Truppe nichts für die wenigen Siege bei vergangenen Masters kann“, sagt er. Den Vibe, Teamspirit und die klare Struktur wolle man in die Rückrunde mitnehmen – und sich weiterentwickeln.
Auch der sportliche Anspruch wurde deutlich formuliert: „Halbfinaleinzüge sollen in Zukunft keine große Überraschung mehr sein – auch wenn sie nie selbstverständlich sind.“

Fazit
Der Blick hinter die Kulissen zeigt: Hallenturniere werden nicht nur durch Dribblings, Tore oder Paraden entschieden, sondern auch durch Strukturen, Vorbereitung, Auswertung und Haltung. Für Trainerteams bieten Events wie die Masters eine wichtige Plattform – für die Entwicklung der Mannschaft, für das Selbstverständnis und für den Austausch mit den Fans.
Mit dem Turnier im Rücken und der Wintervorbereitung vor Augen geht der Heider SV nun den nächsten Schritt – mit klarer Linie und einem Trainerteam, das nicht nur am Seitenrand, sondern auch im Hintergrund arbeitet.