


Ein Text von Fiete Neumann
Die Hinrunde 2025 war für den Heider SV eine Zeit des Umbruchs. Neues System, neues Personal an der Seitenlinie und eine Achterbahnfahrt der Gefühle auf dem Platz. Wir haben bei unserem Trainerteam – Leif Hahn, Markus Wichmann und Tobias Dau – nachgefragt: Wie fällt die Bilanz aus und wo soll die Reise in der Rückrunde hingehen?
„Die Höhen haben überwogen“ – Ein Rückblick ohne Schnack
Markus Wichmann bringt es gewohnt direkt auf den Punkt: „Spät, aber hoffentlich nicht zu spät.“ Die Hinrunde war geprägt von einem starken Start, wenig Gegentoren und einer Euphorie, die das Team bis zur Masters-Qualifikation trug. Doch die lange Vorsaison und die kurze Sommerpause hinterließen Spuren. „Am Ende sind wir ein bisschen auf dem Zahnfleisch gekrochen“, gibt Markus offen zu. Drei sieglose Spiele zum Abschluss trübten das Tabellenbild zwar etwas, doch die positive Entwicklung steht für das Trainerteam im Vordergrund.
Ein enormer Sprung im taktischen Bereich
Das Kernstück der bisherigen Saison: die Umstellung der Spielphilosophie. Mehr Fußball spielen, mutiger agieren, taktisch flexibler sein. Ein Prozess, der Zeit braucht – und Nerven.
„Dass das nicht von heute auf morgen geht, war uns klar“, erklärt Markus. „Aber die Jungs haben einen enormen Sprung gemacht. Sie saugen den Input auf und hinterfragen Dinge positiv, um wirklich besser zu werden. Das macht mega viel Spaß.“
Auch Tobias Dau sieht trotz einiger Rückschläge eine positive Tendenz: „Wir hatten unsere Höhen und Tiefen, eine echte Achterbahnfahrt. Aber die individuelle Entwicklung der Spieler ist absolut positiv zu bewerten.“ Dass man zwischendurch Lehrgeld zahlte – etwa bei den unnötigen Gegentoren gegen Ende der Hinrunde – gehört zum Lernprozess dazu.
Personalbeben und Vorbilder
Die größte Herausforderung war jedoch das Verletzungspech. „Wir konnten eigentlich nie zweimal mit der gleichen Startelf auflaufen“, so das Trainerteam unisono. Doch wo Schatten ist, ist auch Licht. Ein Name fällt dabei immer wieder: Tarek. Als Neuzugang aus der Kreisliga hat er sich direkt festgebissen und 18 von 19 Spielen absolviert. „Ein echtes Vorbild an Fleiß und Wille“, lobt Markus.
Ebenso wichtig für das Gefüge: Kapitän Jonah Gieseler, der die Truppe hervorragend führt, und Mika Kieselbach, der trotz schwerer Verletzung bei jedem Training und jedem Hallenturnier als moralische Stütze dabei war. Das ist der HSV-Spirit, den das Trainerteam sehen will.
Der Plan für die Rückrunde: Kompakter, schlauer, gieriger
Für die kommenden Monate ist die Marschroute klar definiert. Leif Hahn fordert mehr Konstanz über die vollen 90 Minuten. Die „einfachen Fehler“, die oft zu Gegentoren führten, müssen abgestellt werden.
„Wir wollen die Jungs auf das nächste Level bringen – technisch, taktisch und vor allem im Kopf“, gibt Markus die Richtung vor. Das Ziel ist eine stabilere Defensive, ohne dabei den neuen Mut im Spiel nach vorne zu verlieren. Tabellenplatz-Prognosen? Davon halten die Coaches wenig. Viel wichtiger ist ihnen, dass die Mannschaft weiterhin „lernbegeistert“ bleibt und in jeder Einheit zeigt, dass sie den Heider SV mit Stolz repräsentiert.
Das Fazit der Coaches: Der Umbruch läuft, die Richtung stimmt. Jetzt gilt es, die Winterpause zu nutzen, die Akkus aufzuladen und im Februar wieder voll anzugreifen.